Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

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Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon tanrek » 17.05.07 14:03



Ich werde in diesem Thread ab und zu aus dem Kamasutra erzählen, da es - in seinem zeitlichen und gesellschaftlichen Rahmen betrachtet - ein wunderbar aufklärerisches, klares und schönes Werk ist. Gleichzeitig würde ich mich über (seriöse) Informationen und Quellen zum Kamasutra freuen, denn zum Beispiel die Entstehungszeit dieser Textsammlung wird immer noch sehr ungenau irgendwo zwischen 300 vor und 600 nach Christus angegeben. Zum Vergleich: Ovid veröffentlichte seine Ars Amato (Liebeskunst) um die Zeitenwende.



Zur Hygiene empfiehlt das Kamasutra:

Täglich ein Bad, jeden zweiten Tag eine Massage, jeden dritten Tag ein Schaumbad, jeden vierten Tag eine Rasur, jeden fünften oder zehnten Tag eine Rasur der Intimbereiche. Die Beseitigung von Schweiß aus Körperhöhlungen soll ständig vorgenommen werden.


... also war der Dreitagebart damals schon en vogue, und das Rasieren war zu jener Zeit bestimmt nicht sehr angenehm... :-?
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Re: Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon id934 » 17.05.07 22:43



Täglich ein Bad, jeden zweiten Tag eine Massage, jeden dritten Tag ein Schaumbad, jeden vierten Tag eine Rasur, jeden fünften oder zehnten Tag eine Rasur der Intimbereiche. Die Beseitigung von Schweiß aus Körperhöhlungen soll ständig vorgenommen werden.


das darf ich jetzt aber sicher als Hygieneregel deuten , oder ?

welche körperhöhlungen sind da denn gemeint ?
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Re: Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon tanrek » 19.05.07 16:54



ammas putren hat geschrieben:welche körperhöhlungen sind da denn gemeint ?

Alle, in denen du schwitzt ;-)



Das Kamasutra entstand zu einer Zeit, in der man in Indien gerne versuchte, dem chaotischen Universum etwas Ordnung beizubringen, indem man es in Zahlen-Schemata zwängte. Bekanntlich denkt die Schöpfung in ihrer unendlichen Vielfalt aber nicht im Geringsten daran, sich durch uns Menschen einschränken zu lassen, und auch Vatsyayana, der Schöpfer des Kamasutra, wusste das. Er erwähnt die damaligen Versuche, Naturerscheinungen z.B. in 9er oder 64er Raster zu klassifizieren, aber bisweilen vermerkt er eben auch kritisch, dass die Realität (der Erotik) auf diese Weise ja doch nicht sinnvoll abzubilden sei.

Ein Beispiel dafür ist die Klassifizierung von Menschen nach der Größe ihrer Geschlechtsteile: Rammler, Stiere und Hengste bzw. Gazellen, Stuten und Elefantenkühe. Es ergeben sich somit neun verschiedene Kombinationsmöglichkeiten von Männern und Frauen, die von Vatsyayana hinsichtlich der Konsequenzen für die gemeinsame sexuelle Erfüllung beschrieben werden.

Uns soll hier zunächst die Zusammenfassung ausreichen: Size matters! Und zwar bei Männern wie bei Frauen. An anderer Stelle gibt das Kamasutra aber auch Ratschläge, wie durch geeignete Stellungen, Praktiken und Hilfsmittel auch körperlich nicht so gut zu einander passende Paare zu einem erfüllenden Sexualleben finden können.
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Re: Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon tanrek » 20.05.07 09:48



Mach mir bloß kein' Knutschfleck,
alles nur kein' Knutschfleck ...



Nicht nur aus musikalischen Gründen wird sich Vatsyayana bei diesem Song im Grabe umdrehen, sondern besonders wegen der damit erwiesenen erotischen Ignoranz, denn das Kamasutra misst - zumindest für temperamentvollere Liebhaber und Liebhaberinnen - dem Kratzen und Beißen im Liebesspiel allergrößte luststeigernde Bedeutung bei.

Bleibende Male, z.B. Knutschflecke oder Narben, sind laut Kamasutra kein peinliches Versehen, sondern durchaus Absicht: Male sollen die Erinnerung an besondere Liebeserfahrungen und Liebespartner wachhalten, was wiederum hilft, eine Liebe oder Leidenschaft lebendig zu erhalten oder wieder aufzufrischen. Ein Körper, der viele Liebesspuren aufweist, wird von Vatsyayana als erotisierend erachtet - er erwecke bei Fremden Hochachtung, Neugier und Leidenschaft. Liebesmale seien in der Öffentlichkeit stolz und selbstbewusst zu tragen, aber Diskretion soll darüber geübt werden, wer der Urheber der Male ist.

Vorsichtshalber weist das Kamasutra aber auch darauf hin, dass bei (mit anderen Männern) verheiraten Frauen bleibende Liebesmale allenfalls an verborgenen Stellen hinterlassen werden sollten. :mrgreen:
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Re: Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon tanrek » 20.05.07 17:52



Generell tadelt das Kamasutra Oberflächlichkeit in Liebesdingen und legt Wert auf Diskretion. Für den Fall, dass der Liebhaber beispielsweise seine Geliebte aus Versehen mit einem falschen Vornamen anspricht, wird der Frau empfohlen, ihrem Macker eine Szene zu machen, etwa wie folgt:

Weinen, Aufregen, Raufen der Haare, vom Stuhl oder vom Bett auf den Boden rutschen, Umsichschlagen sowie Schmuck und andere Gegenstände durch die Gegend werfen. Wenn er dann auf den Knien versucht, sie zu beschwichtigen, soll sie ihren Zorn noch steigern, ihn am Haar packen, seinen Kopf hochziehen, ihn ein paarmal gegen Arme, Kopf, Brust oder Rücken treten, sich dann in der Nähe der Tür auf den Boden werfen und sich in einem Tränenstrom auflösen.

:twisted:
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Re: Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon Maharani » 20.05.07 18:22



Klingt anstrengend. :roll:
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Re: Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon tanrek » 20.05.07 18:23



Eigentlich spricht das Kamasutra Mallus besonders viel Temperament zu. :thinking:
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Re: Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon Maharani » 20.05.07 18:26



:silenced:

... hab' gerade erst wieder mit Kerala telefoniert und die neuesten Geschichten erfahren wer sich mit wem streitet. Im Prinzip jeder mit jedem nur das Streittopic herrscht Uneinigkeit. :unpatient:
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Re: Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon tanrek » 20.05.07 18:55



tanrek hat geschrieben:Eigentlich spricht das Kamasutra Mallus besonders viel Temperament zu.

Das war übrigens ein Scherz. Das Kamasutra listet zwar an einigen Stellen regionale Vorlieben und Besonderheit auf, weist aber auch sehr weise immer sofort darauf hin, dass solche Stereotypen mit Vorsicht zu genießen seien, da sie durch Völkervermischungen und Modeerscheinungen sich verändern und die individuellen Unterschiede zwischen Menschen ohnehin größer seien, als etwaige regionale Ähnlichkeiten.
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Re: Das Kamasutra von Mallanaga Vatsyayana

Beitragvon Maharani » 20.05.07 18:57



tanrek hat geschrieben:die individuellen Unterschiede zwischen Menschen ohnehin größer seien, als etwaige regionale Ähnlichkeiten.


Sehr weise das. Können wir das nicht irgendwo als Warnhinweis in den Forumsregeln mit aufnehmen?
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