Maharani hat geschrieben:einen echten Sci-Fi Geheimtipp?
Hmm, die Sci-Fi-Fangemeinde ist nicht sehr homogen, es ist daher schwierig, irgend etwas als bekannt vorauszusetzen.
Meine Lieblinge aus dem Genre:
'Solaris' und 'Der futurologische Kongress' von Stanislav Lem
Die (fünfbändige) 'Per Anhalter durch die Galaxis'-Trilogie von Douglas Adams
Von Isaac Asimov kenne ich noch div. sehr faszinierende Kurzgeschichten.
Die Geschichten der genannten Autoren spielen zwar in der Zukunft bzw. im Weltraum, befassen sich doch alle letztlich mit sehr menschlichen Problemen, die sie mittels der Sci-Fi-Perspektive ungewöhnlich bis 'abgehoben' beleuchten.
Andere Lieblingsbücher / Autoren
Arno Schmidt (z.B. 'Die Gelehrtenrepublik', 'Alexander oder Was ist Wahrheit'): ein genauso brillanter wie pessimistischer Wortkünstler, der mittels besonderer schriftstellerischer Techniken Werke von enormer Dichte und Vielschichtigkeit hervorgebracht hat. Sehr faszinierend, wenn man seinen Kulturpessimismus aushält - man liebt ihn, oder man hasst ihn.
Garcia Marquez 'Hundert Jahre Einsamkeit': Obwohl das Monumentalwerk so minuziös persönliche und emotionale Enwicklungen beschreibt, dass man glaubt, die dargestellten Charaktere unmittelbar nachvollziehen zu können, lässt es den Leser wie betrunken durch Raum und Zeit taumeln. Ein literarisch im wahrsten Sinne 'großer Wurf', in der Perfektion des dramaturgischen Aufbaus nur übertroffen durch Arundhati Roy's 'Der Gott der kleinen Dinge'. Erst beim letzten Satz ihres Romans bemerkt man, dass sich die Geschichte wie ein geometrisch perfekter Kreis schließt und in diesem Moment das ganze Werk eine neue Bedeutung erlangt.
Anthony Burgess natürlich! Am besten 'Der Fürst der Phantome' und 'Der Doktor ist defekt' direkt hintereinander lesen. Die meisten Bücher des Autors behandeln kontroverse Themen mit fetzigen Sprache und reißerischer Story. Am faszinierendsten ist jedoch die unglaubliche Vielseitigkeit des Autors, die sich vermittelt, wenn man mehrere Bücher von ihm liest.
Über meinen Liebling Italo Calvino ('Wenn ein Reisender in einer Winternacht...', 'Der Ritter, den es nicht gab') habe ich ja schon öfters geschwärmt...
Da wären noch 'Ende einer Dienstfahrt' von Heinrich Böll, 'Catch22' von Joseph Heller, 'The Virgin Suicides' von Jeffrey Eugenides, 'Ich werde auf eure Gräber spucken' von Boris Vian, 'Tsugumi' von Banana Yoshimoto und und und *seufz*