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Inhaltverzeichnis mit Links zu den Seiten und Kapiteln: Historische Texte über Indien.


Eine Frauenfahrt um die Welt (Historische Texte über Indien)



Bengalen

Madras und Kalkutta

Abfahrt von Ceylon. Madras. Kalkutta. Lebensweise der Europäer. Die Hindus. Sehenswürdigkeiten der Stadt. Besuch bei einem Haboo. Religionsfeste der Hindu. Sterbehäuser und Verbrennungsorte. Mohammedanische und europäische Hochzeitsfeier.



Am 27. Oktober mittags begab ich mich an Bord des Dampfers Bentink mit fünfhundert Pferdestärken. Die Anker wurden erst gegen Abend gelichtet.

Unter den Reisenden befand sich ein indischer Prinz namens Shadathan, der von den Engländern gefangen genommen worden war, weil er den mit ihnen geschlossenen Frieden gebrochen hatte. Er wurde seinem Stande gemäß behandelt, und man hatte ihm seine beiden Gesellschafter, seinen Mundschi (Sekretär) sowie sechs seiner Diener gelassen. Alle waren orientalisch gekleidet, nur statt der Turbane hatten sie hohe, runde Mützen aus versteifter Pappe, mit Gold oder Silberstoff überzogen. Sie trugen reiche schwarze Locken und Bärte.

Die Gesellschafter speisten mit den Dienern gemeinschaftlich. Ein Teppich wurde auf dem Deck ausgebreitet und zwei große Schüsseln darauf gestellt, deren eine gekochte Hühner, die andere Pilaw enthielt. Die Leute aßen mit den Händen.

28. Oktober. Stets hatten wir die schöne Linie der dunklen Gebirgskette Ceylons im Auge. Auch fehlte es nicht an einzelnen Felskolossen, die aus dem Meere emportauchten.

Am 29. Oktober sahen wir kein Land. Einige Walfische verrieten ihr Dasein durch sprühenden Tauregen, und mächtige Schwärme fliegender Fische wurden durch das Getöse unseres Dampfers aufgeschreckt.

Am 30. Oktober morgens überraschte uns der Anblick des Festlandes von Indien. Bald kamen wir den Ufern nahe genug, um unterscheiden zu können, dass sie nicht zu den reizendsten gehören. Sie waren flach und teilweise mit gelbem Sand bedeckt, niedere Gebirgsketten zeigten sich im Hintergrund.

Um ein Uhr nachmittags ließen wir in ziemlicher Entfernung von der Stadt Madras (5 Seemeilen) die Anker fallen. Kein Ankerplatz bietet so viele Gefahren wie der vor Madras. Die Brandung ist so stark, dass man sich der Stadt zu keiner Zeit mit einem größeren Schiff nähern kann. Oft vergehen Wochen, während der nicht einmal Boote ankommen. Die Schiffe legen daher auch nur für ganz kurze Zeit an, und man sieht selten mehr als ein halbes Duzend vor Anker liegen. Große Boote mit zehn, auch zwölf Ruderern bemannt, kommen an die Schiffe, um in Eile die Reisenden, die Post und die Waren abzuholen.



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