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Inhaltverzeichnis mit Links zu den Seiten und Kapiteln: Historische Texte über Indien.


Eine Frauenfahrt um die Welt (Historische Texte über Indien)

Bengalen

Madras und Kalkutta (Fortsetzung)

Das Dampfschiff hält hier acht Stunden an, und man kann diese Zeit nützen, die Stadt zu besehen, jedoch läuft man Gefahr, nicht mehr auf das Schiff zurück zu kommen. Ich verließ mich auf das gute Glück, das mich stets auf meinen Reisen begleitet, und machte die Expedition der Ausschiffung mit. Aber schon auf halbem Weg dahin wurde meine Neugierde bestraft. Ein abscheulich schwerer Regen fiel nieder und durchnässte uns gänzlich, noch ehe wir das Land erreicht hatten. Wir flüchteten in das erste Kaffeehaus, das am Strande lag. Der Regen verwandelte sich in einen tropischen, und es wurde uns unmöglich das Asyl zu verlassen. Als das Unwetter nachgelassen hatte, hieß es: Schnell wieder zurückkehren, da man nicht wissen könne, was noch nachkäme.

Ein geschäftstüchtiger Zuckerbäcker aus Madras war mit dem ersten Boot an unseren Dampfer gekommen und führte Eis und Backwerk mit, was er mit großem Gewinn absetzte.

Der erzürnte Himmel hatte Mitleid mit uns, klärte sich noch vor Sonnenuntergang auf, und wir sahen längs des Strandes in schöner Beleuchtung die palastartigen Wohnungen der Europäer. Sie sind halb in griechischem, halb in italienischem Stil ausgeführt und liegen teils in der Stadt, teil nahe dem Meeresufer in prachtvollen Gärten.

Bevor wir noch abfuhren, wagten sich mehrere Eingeborene in kleinen Booten herbei, um uns Früchte, Fische und andere Kleinigkeiten zum Verkauf anzubieten. Ihre Fahrzeuge bestanden aus vier kleinen Baumstämmen, die mit dünnen Stricken aus Kokosfasern leicht zusammen gebunden waren. Ein langes Stück Holz diente als Ruder. Die Wogen schlugen so hoch darüber, dass man jeden Augenblick dachte, Boot und Menschen seien verloren.

Die guten Leute gingen beinahe im Naturzustand, nur für ihre Köpfe trugen sie Sorge: Die waren mit den verschiedenartigsten Gegenständen, mit Lappen, Turbanen, Tuch- oder Strohkäppchen oder sehr hohen, ganz spitzen Strohmützen bedeckt. Die Wohlhabenderen (die Bootführer, die die Post und die Reisenden brachten) waren mitunter recht geschmackvoll gekleidet, sie hatten niedliche Jäckchen an und lange, große Tücher um den Körper geschlagen. Jäckchen und Tücher waren aus weißem Stoff und mit blauen Streifen eingefasst. Auf dem Kopf trugen sie fest anschließende weiße Hauben, von denen ein Lappen bis an die Schulter reichte. Auch die Haube war mit blauen Streifen besetzt.

Die Farbe der Eingeborenen war sehr dunkel bronze oder kaffeebraun.



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